20. März 2018

Opioid-Medikation als zusätzlicher Risikofaktor für invasive Pneumokokkenerkrankung

Ein interessanter Artikel in den Annals of Internal Medicine vom Februar 2018 weist daraufhin, dass Schmerzmedikation mit Opioiden ein Risikofaktor für invasive Pneumokokkenerkrankungen sein kann.

Wir kennen alle die Risikofaktoren für invasive Pneumokokkenerkrankung wie:

  • Kleinkinder
  • ältere Erwachsene
  • chronische Lungen- Herz oder Nierenerkrankungen
  • Zigarettenrauchen
  • Immunsuppression, Diabetes, Sichelzellanämie
  • Alkoholkonsum

In einer retrospektiven Fall-Kontrollstudie haben die Autoren nun geschaut, ob Menschen, welche eine invasive Pneumokokkenerkrankung durchgemacht haben, auch vermehrt Opioidmedikation verschrieben hatten. Sie konnten zeigen, dass bei Menschen mit einer invasiven Pneumokokkenerkrankung doch signifikant mehr unter Opioidmedikation standen.

Natürlich handelt es sich hier um eine retrospektive Fall-Kontrollstudie, und die Autoren haben versucht verschiedene Confounding Factors zu eliminieren, ganz gelingen kann dies aber nicht, da auch viele Unbekannten, nicht in der medizinischen Datenbank stehen.

Dennoch sollen diese Resultate uns hellhörig machen, und zeigen einen weiteren Faktor auf, welcher berücksichtigt werden soll, bei der Verschreibung von Opiaten zur Analgesie. Ausserdem sind es ja vor allem Menschen mit chronischen Erkrankungen, die Opiate erhalten, und vielleicht müssen wir bei diesen Menschen die Empfehlungen zur Pneumokokkenimpfung etwas strikter befolgen.

 


Dr. med. Katia Boggian

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