30. November 2016

Lebenserwartung bei HIV nicht für alle gleich gut

Wir wissen schon seit Jahren, dass sich die Lebenserwartung einer HIV-positiven Person unter einer gut durchgeführten HIV-Therapie derjenigen der Normalbevölkerung annähert. Dies ist besonders dann der Fall, wenn keine anderen Gesundheitsprobleme (Rauchen, Drogenkonsum, Hepatitis, etc. vorliegen). Nun hat die SHCS unter Leitung des ISPM Bern die Lebenserwartung von Patienten der Schweizer Kohorte die Entwicklung der Lebenserwartung von HIV-Patienten in der Schweiz untersucht.

Ausbildungsstatus berücksichtigt
Die Daten der SHCS wurden mit einem nationalen Mortalitätsregister verglichen. Das Spezielle an dieser Untersuchung ist der Einbezug des Ausbildungsstatus der Betroffenen, einer Information, die jeweils bei Einschluss erfragt wird. Obwohl dieser Faktor ein recht grober Indikator für den Ausbildungsstand sein kann, waren die Resultate doch recht eindrücklich. Offenbar haben Menschen mit höherem Ausbildungsstatus unabhängig von allen anderen Faktoren auch bei HIV-Infektion eine deutlich bessere Lebenserwartung. Dieser Unterschied ist bei HIV-positiven Patienten viel ausgeprägter als bei der Gesamtbevölkerung. Und deutlich zeigt sich auch (Abbildung), dass die Lebenserwartung seit der Einführung der Kombinationstherapien 1996 massiv verbessert haben.

16_AIDS_LifeExpectancySHCS

Optimierung noch möglich
Die Arbeit zeigt, dass eine Optimierung der HIV-Therapie noch möglich sein dürfte. Es sieht aber doch so aus, dass man mit einer HIV-Infektion schon bald eine ganz normale Lebenserwartung erzielen könnte. Wichtig sind dazu zwei Faktoren:

  • Rechtzeitiger Therapiebeginn
  • Rauchstopp.

Denn tatsächlich finden sich in der SHCS auch deutlich mehr Raucher als in der GEsamtbevölkerung. Ein Gesundheitsrisiko, das sich noch reduzieren lässt!

Foto von h.koppdelaney


Prof. Dr. Pietro Vernazza

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