3. Mai 2019

Altruismus in der Medizin: Kinder impfen – Alte schützen

Zugegeben, der Titel ist etwas plakativ. Dennoch, eine erneute Studie zur Wirkung der Impfung gegen Lungenentzündungen zeigt, das die Impfung von Kleinkinder gegen bakterielle Lungenentzündungen (Pneumokokken-Pneumonie) tatsächlich auch zur  Reduktion von Infektionen bei älteren Menschen mit diesen Erregern führt. Die Beobachtung ist nicht neu. Dieselben Zusammenhänge wurden schon früher nachgewiesen. Neu an der Studie ist, dass diese Wirkung auch in einem Entwicklungsland (Kenja) gezeigt wurde.

Geimpft wurde mit einem sog. polyvalenten Impfstoff gegen 10 verschiedene Typen von Pneumokokken. Interessant auch in dieser Studie, dass es mindestens während der Beobachtungszeit von 5 Jahren  nicht zum Anstieg von anderen, nicht in der Impfung vorhanden Serotypen kam.

Altruistischer Effekt nicht nur bei Pneumokokken
Denselben Effekt der Impfung finden wir auch bei der Grippeimpfung: Impft man Kleinkinder, sieht man auch weniger Infektionen bei älteren Menschen. Das dürfte damit zusammenhängen, dass Kleinkinder Infektionserreger, insbesondere Viren, viel häufiger auf andere Menschen übertragen. Wenn wir eine Infektion unter Kleinkindern verhindern können, haben wir oft eine deutliche Wirkung auch für andere Menschen.

Foto von Pulmonary Pathology


Prof. Dr. med. Pietro Vernazza

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