Cholera 2003 – im Irak und anderswo

Wir berichteten von einem zu befürchtenden Choleraausbruch in Basra, Irak, nach dem Einstellen der Kampfhandlungen. In anderen Regionen sind jedoch bis jetzt schon weit mehr Menschen von der Cholera betroffen, als dies im Irak der Fall war.

Cholera ist eine potentiell tödliche Durchfallserkrankung, wenn keine medizinischen und hygienetechnische Massnahmen zur Eindämmung und Versorgung der Erkrankten getroffen werden können. Dies ist in armen Ländern immer noch nicht überall in einem entsprechenden Ausmass möglich.

Nach dem Einstellen der Kampfhandlungen im Irak befürchtete die WHO einen Cholera-Ausbruch in Basra, da die Wasserversorgung und die Sicherheit des medizinischen Personals nicht gewährleistet war. Trotz einiger Cholera-Fälle ist es bis heute noch nicht zu einer Epidemie gekommen. In Basra werden jährlich besonders während der trockenen Perioden einige hundert Cholera-Fälle registriert – im 2002 z.B. 257 bestätigte Fälle mit positivem Erregernachweis.

Der Irak-Krieg hat durch das mediale Interesse, welches natürlicherweise hervorgerufen wurde, die Öffentlichkeit und auch uns aufhorchen lassen, als erste Cholerafälle aus Basra gemeldet wurden. Doch es darf nicht vergessen werden, dass in Regionen Afrikas, für welche die hiesigen Medien eher wenig Interesse aufbringen, die Cholera ein weitaus grösseres Gesundheitsproblem darstellt, als dies im Irak der Fall ist. So meldete die WHO seit Jahresbeginn aus Mozambique, Uganda und Zambia Choleraepidemien. Alleine in Mozambique, wo der grösste Ausbruch stattfand, wurden 7287 Fälle mit 67 Todesopfern gezählt (Letalität 0,9%). In Uganda betrug die Letalität jedoch 12,6% bei 277 registrierten Cholerafällen. Gründe für die Schwankungen sind unterschiedliche medizinische Versorgung, Wasserqualität und Aufklärung der Bevölkerung über die Übertragungswege.

Auch wenn wir jetzt nach dem Irak und wegen SARS nach China schauen, sollten wir die Dimensionen der dortigen Geschehnisse in Relation zu weniger medienwirksamen Ereignissen stellen und wenig beachtete Weltregionen mit ihren medizinischen Problemen nicht aus den Augen verlieren.

WHO-Disease Outbreaks 2003