Mumps

Mumps ist eine Infektion der Speicheldrüsen und gehört zu den klassischen Kinderkrankheiten, für welche eine Impfung verfügbar ist. In den letzten Jahren kam es zu zahlreichen Mumpsausbrüchen in der Schweiz. Grund dafür ist die schlechte Schutzwirkung des in der Schweiz häufig verwendeten Impfstoffes Triviraten.

Erreger
Das Mumpsvirus (ein Paramyxo-Virus) befällt nur den Menschen. Das Virus vermehrt sich in der Ohrspeicheldrüse und kann in der Mundschleimhaut von kranken Kindern durch Viruskultur nachgewiesen werden.

Übertragung
Das Virus wird von Mensch zu Mensch durch direkten Kontakt übertragen (Schmierinfektion). In einer Mumpsepidemie werden etwa zwei Drittel der noch nicht infizierten (oder geimpften) Kinder angesteckt. Die wirksamste Prävention ist eine Impfung. Sie wird im Rahmen der Routineimpfungen bei Kindern mit dem kombinierten Impfstoff gegen Röteln, Masern und Mumps angeboten. Besonderheiten zur Impfung

Krankheitsbild
Mumps verläuft im Kleinkindesalter meist als harmlose Erkrankung. Oft kommt es nur zu kurzfristigen Fieberreaktion und zur Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Dies führt zum klassischen Anschwellen der Wange („Geissenpeter“), zunächst einseitig, dann meist beidseitig. Als Begleiterscheinung kommt es oft zur Infektion der Hirnhäute, dies äussert sich jedoch lediglich durch Kopfschmerzen, schwere Hirnhautinfektionen kommen selten vor. Wenn zusätzlich auch die Bauchspeicheldrüse betroffen ist leiden die Kinder unter Bauchschmerzen. Bei Erwachsen verläuft die Krankheit in der Regel schwerer als bei Kindern. Gefürchtet ist die Infektion der Hoden (Orchitis), welche in ca. 20% der erwachsenen Männer auftritt. Dabei kommt es zur Anschwellung eines oder beider Hoden bis auf das vierfache der Hodengrösse. Entgegen früherer Befürchtungen, führt die Hodeninfektion nicht zur Unfruchtbarkeit (Sterilität).

Behandlungsmöglicheiten
Wie für alle Kinderkrankheiten gibt es auch für Mumps keine ursächliche Therapie. Die Krankheit heilt jedoch immer ohne Probleme aus. Bettruhe und fiebersenkende Massnahmen sind dann sinnvoll, wenn sie die Beschwerden lindern. Bei der Mumpsorchitis helfen kühlende Massnahmen (Wickel, Eis), abschwellende Medikamente und Bettruhe.

Besonderheiten
Leider ist die Wirkung des in der Schweiz noch häufig verwendeten Impfstammes Rubini (im Kombinationspräparat Triviraten Berna) gegen Mumps völlig ungenügend. Deshalb sind in den letzten Jahren immer wieder grössere Mumpsausbrüche in der Schweiz aufgetreten. In einer umfassenden Kohortenstudie konnten wir anlässlich einer Mumpsepidemie in Häggenschwil 1996 zeigen, dass der Rubini-Impfstamm keine Schutzwirkung aufweist (s.
Publikation im BMJ). Die Wahl des richtigen Impfstoffes ist entscheidend für die Bekämpfung dieser Krankheit. Fragen Sie Ihren Arzt unbedingt, welchen Impfstoff er verwendet, falls Ihr Kind gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft wird!



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