28. Februar 2018

Weniger Toxizität durch Kombination von Colistin mit Minocyclin?

Da Resistenzen immer häufiger werden und wir nicht viele neue antibiotische Therpaie-Optionen haben, müssen wir auf alte Antibiotika zurückgreifen und oft auch eine gewisse Toxizität in Kauf nehmen.

Nun haben amerikanische Forscher eine interessante retrospektive Kohorten-Analyse publiziert.

Sie haben retrospektive die Daten von über 17’000 Patienten mit Pneumonie oder Sepsis angeschaut und konnten letztendlich davon dann nach allen Ausschlusskriterien etc insgesamt 4910 Patienten einschliessen. Davon hatten 4817 eine Colistin Monotherapie, und 93 Patienten eine kombinierte Therapie mit Colistin plus Minocyclin. Interessanterweise hatten die Patienten mit einer kombinierten Therapie deutlich weniger akute Niereninsuffizienzen. Die Autoren führen dies auf eine nicht antimikrobielle Aktivität des Minocyclins zurück. Minocyclin soll eine antioxidative Aktivität besitzen, ausserdem inhibiert es Caspase-1 und Caspase-2 und auch iNOS. All diese Aktivitäten, so interpretieren die Autoren, würden zu einer reduzierten Apoptose und oxidativem Stress durch Colistin führen.

Ausserdem vermuten sie auch einen synergistischen antimikrobiellen Effekt, welcher zumindest in mikrobiologischen Studien bei gewissen Bakterien einschlisslich Acinetobacter spp gezeigt werden konnte.

Natürlich schlussfolgern die Autoren, dass diese Daten nun in einer prospektiven Studie gefestigt werden müssen, aber dennoch die Überlegung und auch die Daten dieser retrospetiken Kohorte lassen hoffen, dass durch die Kombinationsbehandlung eine wichtige Nebenwirkung von Colistin besser kontrolliert werden kann.

 

 


Dr. med. Katia Boggian