Chikungunya- Fieber- Reunion, Mauritius und die Seychellen sind betroffen

Aedesmuecke.jpgDie WHO meldet seit März 2005 hochgerechnet mehr als 100’000 Infektionen auf Reunion , zwischen 6.-12. Februar alleine 22’000. Maurititius registrierte in der ersten Februarwoche 206 und die Seychellen 1255 Erkrankungen. Die Krankheit ist im ganzen Raum des indischen Ozeans seit langem bekannt und verbreitet, Meldungen über eine Zunahme der Erkrankungen in Reunion liegen seit April 2005 vor (aus www.safetravel.ch).

Auch in Deutschland und Frankreich gibt es einige Fälle: Eine 63-jährige Münchenerin erkrankte während ihres Urlaubs auf Mauritius wenige Tage vor ihrem Rückflug am 13. Februar. Das Münchener Tropeninstitut identifizierte später das Chikungunya-Virus. Seit Juni vergangenen Jahres wurden insgesamt sechs Patienten positiv getestet, sagte eine Sprecherin des Bernhard-Nocht-Instituts (BNI) für Tropenmedizin in Hamburg.

Schmerzhaft, aber nicht tödlich – so lautete bisher die Lehrmeinung über das Chikungunya-Fieber. Diese virale Krankheit wird durch tagaktive Mücken (Aedes albopictus) übertragen. Sie äussert sich mit Fieber und Gelenkschmerzen in den Knien, den Knöcheln und den kleinen Gelenken der Extremitäten, die das Gehen unmöglich machen können. Eine Hautrötung und grippeähnliche Symptome (Kopfschmerzen, Bindehautentzündung) können vorkommen. Die akute Phase dauert 2-4Tage und wird im allgemeinen mit einer Spontanheilung beendet. Länger anhaltende rheumatoide Gelenkschmerzen kommen vor. In seltenen Fällen, v.a. bei Kleinkindern sind Hirnhautentzündungen aufgetreten. Gefährdet sind hauptsächlich Personen mit vorbestehenden Krankheiten, kleine Kinder und Schwangere. Leider gibt es keine Impfung. Die Behandlung ist symptomatisch.

Auf der französischen Tropeninsel Reunion im Indischen Ozean bietet sich inzwischen ein weitaus dramatischeres Bild: Innerhalb von zwölf Monaten erkrankte jeder fünfte der 775.000 Einwohner an dem Virus und 77 Menschen kamen ums Leben.

Der Regen und unkontrollierte Wasseransammlungen haben zu einer starken Vermehrung der übertragenden Mücken v.a. in Reunion geführt. Inzwischen wurde das französische Militär zur Mückenbekämpfung eingesetzt.

Nachtrag 18.3:
Gestern berichtete die WHO über eine massive Zunahme der Chikungunya-Fälle in Indien, Madagaskar und  Reunion (s. Karte). Besonders auf der Insel Reunion sind mit über 200’000 Erkrankten nun mehr als ein Viertel der Bevölkerng erkarnkt. Gleichzeitig hat sich in dieser Region nun auch das ebenfalls durch Aedes Mücken übertragene Dengue Virus deutlich ausgebreitet. Auch meldet die WHO über Chikungunya-Diagnosen bei Reiserückkehrern in der Schweiz.  


Dr. med Kathrin Lindheimer-Trede

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