Herpes Genitalis: Partner schützen vor Infektion

Herpes genitalis gehört zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Einmal infiziert, kann man das Virus lebenslang ausscheiden und seine(n) Partner/in infizieren. Suppressionsbehandlungen sind teuer, das muss aber nicht immer so sein.

Am 1. Januar 2004 haben Corey et al. die Resultate einer Multizenterstudie Corey et al, Valac vs. Placebozur Verhinderung der Herpes-Übertragung im NEJM publiziert. Die Behandlung mit 500mg Valacyclovir einmal täglich führte zur deutlichen Reduktion der sexuellen Übertragung von HSV-2 (s. Abbildung). Allerdings, die Behandlung ist nicht ganz billig. Eine Suppression mit Valacyclovir kostet pro Jahr ca. Fr. 2800.-.

Frühere Studien haben gezeigt, dass das Auftreten von Rezidiven sowohl mit Acyclovir (2x400mg), wie auch mit Valaciclovir (1×500) und Famciclovir (2x250mg) die Rezidivhäufigkeit von Herpes genitalis senken. Eine günstigere Alternative stellt die Behandlung der einzelnen Episoden dar, dabei sind Valacyclovir (2×500) und Acyclovir (5×400) gleichwertig , die zweimal-therapie natürlich einfacher (Bodsworth 1997). Doch das Problem mit der episodischen Behandlung ist, dass die Infektion auch im Intervall übertragen werden kann. Mindestens lässt sich HSV oft bei asymptomatischen Trägern im Genitalsekret nachweisen (Wald 2002 [Männer], Cone 1994 [Frauen]).

In der neusten Arbeit aus Seattle (Gupta et al, JID, 15.10.04), dem Mekka der Herpes-Simplex Forschung, wird gezeigt, dass eine Reduktion der Virusausscheidung sowohl durch Valacyclovir wie auch durch die billigere Alternative Acyclovir gleichwertig gesenkt werden kann. Die Autoren haben 79 immunkompetente Personen mit HSV-2 Infektion während je 7 Wochen mit Acyclovir, Valacyclovir oder Placebo (Crossover) behandelt und täglich die Virusausscheidung (Genitalabstriche, Kultur und PCR) bestimmt. Praktisch alle Probanden hatten mindestens einmal Virus nachweisbar. Unter Placebo liess sich an 15% aller Tage Virus kultivieren (40% für PCR). Die Virusausscheidung sank unter beiden Antiviralen Substanzen praktisch identisch ab, mit einem relativen Risiko von 0.03 (Valacyclovir) und 0.05.

Ob nun Acyclovir auch die Übertragung von HSV gleich wie Valacyclovir hemmt, muss noch gezeigt werden, doch grosse Unterschiede können wir aufgrund dieser Daten nicht erwarten.

Gupta et al, JID, 2004;190:1374-1381

Vorträge zum Thema

Herpes: Ein ärgerliches Bläschen (Fortbildung Lugano der Lungenliga ZH, 10.9.04)

HIV/STD and genital Secretions (IDSA Annual Meeting, Boston 1. Okt. 04)

 


Prof. Dr. med. Pietro Vernazza

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