Forschung

Wir sind dem Grundsatz verpflichtet, unser klinisches Handeln immer zu hinterfragen und zu optimieren. Dazu ist es notwendig, dass klinische Daten laufend erfasst und regelmässig ausgewertet werden. Diese Forschungsaufgaben erfüllen wir, indem wir klinische Studien selbst oder in Kooperation mit anderen nationalen und internationalen Zentren durchführen. Aktuelle Beispiele für diese Kooperationen sind:

  • Schweizerische HIV-Kohortenstudie (SHCS)
  • Kohortenstudie CAPNETZ- Kompetenznetz der ambulant erworbenen Pneumonie
  • Hepatitis-C Kohorte (SCCS)
  • SAMMSU-Kohorte (Erfahrungen zur Betreuung von Drogensüchtigen Menschen)

Unsere Spitalhygienischen Daten werden laufend zur Detektion und Verhinderung von Infektionsausbrüchen und Verbesserung der Händehygiene sowie Vermeidung von Übertragung nosokomialer Keime ausgewertet [M. Schlegel & Team]

Zusätzlich betreiben wir ein eigenes Forschungslabor im Institut für Immunbiologie

Unsere Forschungsschwerpunkte sind:

 

  • Ein neuer Fokus liegt auf schweren Infektionen auf Intensivstationen, u.a. zur Influenza-assoziierte Aspergillose und schwerem Covid-19, wozu wir multizentrische Studien durchführen (PD Dr. W. Albrich, Dr. F. Waldeck & Team).

 

  • Die Coronavirus Pandemie hat unsere Forschungsschwerpunkte verändert. Die Frage nach Immunität nach durchgemachter Erkrankung ist im Zusammenhang mit COVID-19 ein zentrales Thema. Im Rahmen von prospektiven Beobachtungen und Untersuchungen bei Spitalmitarbeitenden wollen wir solche und andere Fragen beantworten. (PD Dr. Philipp Kohler, Dr. Christian Kahlert, Prof. Pietro Vernazza und Team).

 

  • Die Untersuchung von bakteriellen Pneumokokkeninfektionen in den Atemwegen. Dabei untersuchen wir den Mechanismus von der Ansiedelung der Bakterien in den Atemwegen bis zu deren Migration ins Lungengewebe. Dafür wurde ein Zellkulturmodel aus Bronchialgewebe entwickelt, indem die Infektionsmechanismen untersucht werden können. Gleichzeitig interessieren uns das darm- und lungenassoziierte Mikrobiom bei verschiedenen Patientengruppen, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen [PD Dr. W. Albrich, Dr. C. Kahlert & Team]

 

  • Evaluation der Epidemiologie von resistenten Gram negativen Pathogenen in der Schweiz. In diesem Projekt wird einerseits das Ausmass der Resistenz-Problematik in Schweizer Langzeitinstitutionen untersucht, andererseits soll der Grundstein für ein grossflächiges Überwachungssystem gelegt werden, mit welchem Übertragungen und Ausbrüche von resistenten Bakterien innerhalb und zwischen verschiedenen Akut- und Langzeitinstitutionen zeitnah identifiziert werden können. Dazu bedienen wir uns der Kombination moderner molekularer Charakterisierungsmethoden und detaillierter epidemiologischer Daten, die uns erlauben Übertragungsketten von Ausbrüchen nachzuvollziehen und mögliche Punktquellen in einzelnen Institutionen zu identifizieren [PD Dr. P. Kohler & Team]

 

  • Die Untersuchung von Resistenzmechanismen Gram negativer Bakterien, insbesondere bei den schwierig zu behandelnden Spitalkeimen, den sogenannten ESKAPE-Bakterien. Wir untersuchen deren in vivo und in vitro Resistenzentwicklung und –stabilität mit und ohne antimikrobiellem Druck. Insbesondere interessieren uns die Resistenzbildung bei Exposition gegenüber sublethalen Antibiotikakonzentrationen und die Resistenzselektion. [Dr. B. Babouee Flury & Team]

 

  • Die Optimierung und Vereinfachung der HIV-Therapie ist das Schwerpunktthema der Forschung in unserer HIV Klinik, welche wir im Rahmen der Schweizerischen HIV Kohorte durchführen [Prof. Dr. P. Vernazza, Dr. P. Schmid, Dr. C. Kahlert & Team]

 

Wie finanzieren wir die Forschung

Unsere Klinische Forschungstätigkeit wird weitgehend durch Forschungsgelder der öffentlichen Hand oder von Stiftungen finanziert (Schweizerischer Nationalfonds, Forschungsgrants Kantonsspital St. Gallen, Bundesamt für Gesundheit, Krankenversicherer, Europäische Forschungsgremien, Lungenliga etc.). Durch Pharmafirmen gesponserte klinische Forschung sind nur ein kleiner Teil unserer Forschungsaktivität.