Tattoos als Risikofaktor für Wundinfektionen nach Wirbelsäulenoperationen?

Originalarbeit: Surgical Site Infections in Spine Surgery: A Retrospective Study of 1,578 Procedures with Identification of Tattooed Skin as a Novel Risk Factor Associated with Surgical Site Infection

Erstautor: Mostofi et al.
Publiziert: 2026
Quelle: Journal of Hospital Infection
DOI/Link: 10.1016/j.jhin.2026.06.006

Wundinfektionen sind eine relativ seltene, aber insbesondere bei Operationen mit Metallimplantaten gefürchtete  Komplikation.
In dieser retrospektiven Ein-Zentrum-Kohorte mit 1’578 Wirbelsäulenoperationen traten postoperative Wundinfektionen insgesamt bei 4,1% auf. Patientinnen und Patienten mit einem Tattoo im Bereich der geplanten Inzision hatten eine höhere Infektionsrate als jene ohne Tattoo an dieser Stelle (10,2% vs. 3,65%; OR 3,00; 95%-KI 1,48–6,09); nach Adjustierung blieb die Assoziation ähnlich (adjustierte OR 2,84). Interessant ist die Hypothese einer lokal veränderten Hautbarriere oder Mikrobiota, zumal bei den infizierten Tätowierten überwiegend Staphylokokken nachgewiesen wurden. Die Aussage bleibt aber vorsichtig zu interpretieren: retrospektives Single-Center-Design, nur 98 tätowierte Patient:innen und 10 Infektionen in dieser Subgruppe. Doch angesichts der immer häufigeren Durchführung von Tätowierungen eine Fragestellung, die man noch systematisch weiter untersuchen müsste.

Stichworte: postoperative Wundinfektion, Wirbelsäulenchirurgie, Tattoo, Staphylococcus aureus, Hautmikrobiom

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