S.-aureus-Bakteriämie: serielle Blutkulturen nach früher Negativität gezielter einsetzen
Originalarbeit: Routine serial follow-up blood cultures after a negative result within 48 hours of methicillin-susceptible Staphylococcus aureus bacteremia: low yield, high cost.
Erstautor: Hendriks MMC et al.
Publiziert: 2026
Quelle: Clinical infectious diseases : an official publication of the Infectious Diseases Society of America
DOI/Link: 10.1093/cid/ciag418
In einer Kohorte aus zwei niederländischen Kliniken mit 1005 Erwachsenen mit Staphylococcus-aureus-Bakteriämie war ein frühes „skip phenomenon“ nach zunächst negativer Kontrollblutkultur selten (3,1%). Nur vier klinisch unauffällige Patientinnen oder Patienten wären bei Verzicht auf weitere Kulturen nach einer negativen Kontrolle innerhalb von 48 Stunden potenziell falsch als frühe Clearance eingestuft worden. Die Autoren schätzen relevante Kosteneinsparungen, wenn weitere Blutkulturen klinisch gesteuert statt routinemässig seriell erfolgen. Die Daten sprechen für einen pragmatischen Day-2-Ansatz bei stabilen, afebrilen Patienten ohne Hinweis auf Metastasenherde.
Einordnung: Beobachtungsdaten, nicht randomisiert; sie unterstützen Deeskalation niedrig ergiebiger Diagnostik, ersetzen aber nicht die klinische Suche nach persistierender Bakteriämie oder Foci.
Stichworte: Staphylococcus aureus, Bakteriämie, Blutkulturen, Antibiotic Stewardship
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