8. Oktober 2022

Auch Florida rät ab von mRNA Impfung bei Menschen unter 40

Vor wenigen Tagen habe ich hier meine Nutzen-/Risiko Evaluation einer Covid-Auffrischimpfung  publiziert. Noch immer bleibt mein Twitter Account nicht gesperrt. Vermutlich, weil die Aussagen doch nicht ganz von der Hand zu weisen sind.

Nun hat auch der Staat Florida am 7. Oktober eine ähnliche, eher noch deutlichere Mitteilung publiziert. Der „Surgeon General“ der oberste Mediziner des Staates, formuliert es glasklar: „The State Surgeon General now recommends against the COVID-19 mRNA vaccines for males ages 18-39 years old.“ Wichtig zu wissen, dass der Staat Florida schon vorher für Jugendliche die mRNA-Impfung nicht empfohlen hat.

Der Surgeon General basiert seine Empfehlung auf die gleiche Überlegung, wobei er zur Risikoabwägung eigene Datenverwendet. Wir wären froh, hätten wir auch eine so klar aufbereitete Datenbasis. Zwar sei die Risikoanalyse noch provisorisch, doch der Staat übernimmt seine Verantwortung, indem er Personen mit geringem Komplikationsrisiko aufgrund der vorliegenden Risikoanalyse von einer mRNA-Impfung abrät.

Analyse des Mortalitätsrisikos nach Covid-Impfung
Der Staat Florida hat seine standardisierte Datenerhebung der Impfdaten sowie der Mortalitätsdaten verwendet. Untersucht wurde die Zeit seit Einführung der ersten Impfungen im Dezember 2020. Dabei fand der Bericht, dass sowohl die Gesamtmortalität* als auch die Zahl der Todesfälle aufgrund einer Herzerkrankung in den 28 Tagen nach der Impfung signifikant höher waren als dies aufgrund des durchschnittlichen Verlaufes zu erwarten wäre. Konkret fasst der Bericht die Risikoevaluation wie folgt zusammen: „Risk for both all-cause and cardiac-related deaths was substantielly higher 28 days following COVID-19 infection. The risk associated with mRNA vaccination should be weighed against the risk associated with COVID-19 infection.

Ich empfehle Ihnen die Lektüre des ganze Berichtes. Für den Moment belasse ich es auf der Wiederholung meiner bisherigen Empfehlung: Für Personen unter 40 Jahren ist das Risiko einer schweren Nebenwirkung höher als die Komplikationsrate nach einer schweren Corona-Infektion. Diese Empfehlung gilt umso mehr für Personen, welche schon mal eine Covid-19 Erkrankung durchgemacht hatten. Und das sind heute praktisch alle, wenn man auch die Personen einschliesst, welche nur eine milde Erkrankung hatten, ohne dass sie einen (unnötigen) Covid-Test machen liessen.

Wir sind gespannt, wie lange es dauert, bis auch die CH-Behörden die Warnungen aus anderen Staaten zum Umdenken verleitet.

*ERGÄNZUNG 9.10.22
Ich danke dem Leser, der mich auf eine Unklarheit im Bericht aufmerksam gemacht hat: In den Resultaten wird gezeigt, dass die kardiale Mortalität in den 28 Tagen nach Impfung signifikant erhöht ist. Aber nicht die Gesamtmortalität. Der zitierte Abschnitt zur erhöhten Gesamtmortalität (Diskussion erster Abschnitt im Originalbericht) muss daher etwas korrigiert werden: Die Erhöhung der Gesamtmortalität erreicht nicht das geforderte Signifikanzniveau („substantially elevated“ muss nicht signifikant sein!). Doch die Entscheidung des Gesundheitsamtes basiert auf den Beobachtungen bei jungen Menschen. Florida möchte offenbar bereits bei geringen Anzeichen eines erhöhten Risikos junge Menschen nicht diesem erhöhten Risiko aussetzen, weil das Erkrankungsrisiko in dieser Population heute als sehr gering eingeschätzt wird.

*Korrektur 15.11.22
Der Satz „Dabei fand der Bericht, dass sowohl die Gesamtmortalität als auch die Zahl der Todesfälle aufgrund einer Herzerkrankung in den 28 Tagen nach der Impfung signifikant höher waren …ist nicht korrekt. Korrekt ist natürlich: Dabei fand der Bericht, dass die Gesamtmortalität nur bei über 65-jährigen durch die Impfung signifikant gesenkt wurde. Hingegen war die Zahl der Todesfälle aufgrund einer Herzerkrankung in den 28 Tagen nach der Impfung signifikant höher bei unter 40-jährigen. Dank an den aufmerksamen Leser!

Bild: creative commands: Florida Flag by orangejack


Prof. em. Dr. med. Pietro Vernazza