1. Dezember 2018

Erkältungen: Neue Optionen mit Echinacea?

Die Phytotherapie kann bei viralen Atemwegsinfekten einen wichtigen Beitrag leisten, um Symptome rasch zu lindern und Antibiotika zu vermeiden. Aktuell führen wir eine klinische Studie mit neuen Echinacea-Präparaten bei Erwachsenen durch.

Obere Atemwegsinfekte gehören zu den häufigsten Erkrankungen. Gesunde Kinder haben bis zu 12 Episoden pro Jahr, vorwiegend in der kalten Jahreszeit. Obwohl diese Infekte in aller Regel viral sind, stellen sie einen wichtigen Grund für unnötige Antibiotikaverschreibungen dar (Havers et al.), die jedoch zur Entstehung von Antibiotikaresistenzen beitragen, das Mikrobiom nachhaltig negativ beeinflussen und mit anderen Nebenwirkungen und Kosten einhergehen. So zeigen aktuelle Studien, dass bis zu 40-70% dieser Patienten nicht-indizierte Antibiotika erhielten (Havers et al. ; Fleming-Dutra et al.).

Verschiedene Phytotherapeutika wie Pelargonium sidoides und Echinacea führen zu einer beschleunigten Linderung von Erkältungssymptomen und reduzieren so Antibiotikaverschreibungen. Für Echinacea-Präparate wurde beispielsweise eine antivirale, immunmodulatorische und auch antibakterielle Wirkung gezeigt ohne Risiko für Resistenzentwicklung. In einer Metaanalyse führte Echinacea zu einer Reduktion von Rezidiven und Komplikationen von 35% gegenüber Placebo (Schapowal et al.).

Aktuell vergleichen wir in einer randomisierten Studie bei gesunden Erwachsenen neue, höher dosierte Echinacea-Formulierungen mit bereits bestehenden Echinacea-Präparaten in Bezug auf ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit bei grippalen Infekten. Bei Interesse finden Sie weitere Informationen zu dieser laufenden Studie unter http://infekt.ch/studie/.

 


Prof. Dr. med. Werner Albrich, MSCR

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