Eradikation durch Impfung Utopie?

Am Beispiel der Pocken wird aufgezeigt, dass es durchaus möglich ist, eine Krankheit mit Hilfe einer Impfung zu eradizieren. Auf der „Eradikationsliste“ der WHO für die kommenden Jahre stehen im Moment verschiedene Krankheiten wie zum Beispiel Malaria und Polio. Trotz grosser Anstrengungen sowie enormer finanzieller und personeller Aufwendungen ist es bisher nicht gelungen, diese Krankheiten zum Verschwinden zu bringen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Politische Faktoren, Kriege, Terrorismus, Umwelteinflüsse, Klimaveränderungen, Erregereigenschaften, gesellschaftliche Hürden, Impfgegner, etc. spielen eine Rolle. Die „Pauschalstrategie“ gibt es nicht und wird es auch nie geben können. Individuelle Programme und den Umständen angepasste, kombinierte Strategien können aber sicherlich zum Erfolg führen.

Auch die Masern sollen mittelfristig eradiziert werden. Ein WHO-Ziel ist die Elimination der Masern aus der Region Europa bis 2015. Dafür ist eine Durchimpfungsrate von ≥ 95% erforderlich. In der Schweiz sind wir davon noch weit entfernt, die durchschnittliche Durchimpfung beträgt 87%, mit grossen regionalen Unterschieden. Um diese Situation zu verbessern hat der Bund eine nationale Masern-Eliminations-Strategie verabschiedet. Diese besagt, dass alle Personen in der Schweiz mit Jahrgang 1964 und jünger mit maximal 2 Dosen MMR-Impfstoff geimpft werden sollen. Um die Akzeptanz der Kampagne zu steigern, werden bis Ende 2015 Konsultation, Injektion und Impfstoff Franchisen-befreit von den Krankenkassen übernommen.

Der neue schweizerische Impfplan ist seit kurzem publiziert. Er enthält neue Empfehlungen vor allem in Bezug auf den Pertussis-Impfschutz. Das Ziel ist es, kleine Säuglinge möglichst effizient vor dieser, für sie besonders gefährlichen Infektion zu schützen. Neu sollen zusätzlich zu den bereits letztes Jahr ergänzten Zielgruppen auch Jugendliche zwischen 11-15 Jahren und schwangere Frauen im 2. oder 3. Trimenon gegen Pertussis geimpft werden. Ausserdem wird ein beschleunigtes Impfschema empfohlen für Säuglinge, die vor dem Alter von 5 Monaten besonders exponiert sind, zum Beispiel durch Krippenbesuch.

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Dr. med. Anita Niederer-Loher

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