11. Mai 2019

Tollwut: Touristin stirbt nach Kratzer von Hundewelpen

Die Mitteilung in den Medien schreckt viele auf: Eine 24-jährige Norwegin erkrankt nach einer Ferienreise in die Philipinen und verstirbt vergangene Woche an Tollwut, zwei Monate nachdem sie während ihrer Ferienreise einen Hundewelpen gepflegt und sich beim Spiel mit dem Hund Kratzspuren zugezogen hat (Norweg. Daily mail). Ein tragisches Schicksal, aber vermeidbar.

Krankheitssymptome kommen spät und sind anfangs nicht diagnostisch
Die junge Frau entwickelte unspezifische Symptome nach der Rückkehr aus den Ferien. Die ersten Zeichen treten meist 4-7 Wochen nach der Verletzung auf und sind meist ähnlich wie bei einer Grippe: Fieber, allgemeines Unwohlsein, Kopfschmerzen, was einige Tage anhält. Aber sicher nichts, das an die Diagnose Tollwut denken lässt, denn an die unbedeutenden harmlosen Kratzspuren hat sich wohl weder die junge Frau selbst, noch sonst jemand erinnert. Doch die Tollwut ist eine perfide Krankheit. Denn selbst wenn man bei den ersten Krankheitszeichen an die Krankheit denkt ist fast immer jede Hilfe zu spät. Nach den ersten Krankheitszeichen folgen schwerere Zeichen einer Hirninfektion, Angst- und Erregungszustände, Agitiertheit und dann Muskelspasmen, Sprech-, Schluck- und Atemstörungen, bis der Tod 1-2 Wochen nach Symtombeginn eintritt.

Fataler Krankheitsverlauf fast obligat
Tollwut verläuft praktisch immer tödlich. In Indien, wo jährlich rund 20’000 Menschen an Tollwut sterben (WHO), ist die Verbereitung der tödlichen Viruskrankheit besonders stark. Hunde sind oft die Tiere, welche die Infektion auf den Menschen übertragen, aber auch Katzen und andere Haus- oder Wildtiere, können Tollwut übertragen.

Infektion durch Speichel
Das infizierte Tier überträg das Virus durch Speichel. Dabei genügen auch oberflächliche Verletzungen der Haut, es muss nicht zwingend ein Biss des Tieres sein. Auch bei der jungen Norwegerin werden banale Krazverletzungen berichtet, welche die im Gesundheitswesen tätige Frau mit Desinfektionsmitteln desinfizierte. Doch dies genügt nicht, bei Tollwut.

Tolllwut verhinderbar
Um eine Tollwut zu verhindern braucht es zwei Dinge: Erstens die Impfung, das beste Mittel gegen so viele Virusinfektionen. Zweitens aber auch: Daran denken! Denn selbst eine geimpfte Person sollte sich nach einer Verletzung durch einen Hund  in einem Endemiegebiet undbedingt noch nachbehandeln lassen. Nach einer Bissverletzung hat man 6 Tage Zeit, um die Bissverletzung selbst mit Antiserumzu behandeln und auch Antiserum und Impfstoff anwendet, um diese tödliche Infektion zu verhindern.

Reisende schützt Euch!
Gerade die Regionen in Südostasien und Indien sind Risikogebiete für Tollwut. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Möglichkeit einer Tollwutimpfung vor einer Reise in einer Reisemedizinischen Sprechstunde zu prüfen. Auch bei uns finden Sie eine entsprechende Beratung.

Foto von Infomastern


Prof. Dr. med. Pietro Vernazza

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