30. Dezember 2017

Vitamin D und Herzinfarkt – Jetzt noch das!

Die Erfolgsstory von Vitamin D scheint nicht abzubrechen. Es vergeht fast keine Woche, dass nicht irgendwo wieder eine positive Assoziation eines hohen Vitamin-D Spiegels mit einem Gesundheitsfaktor beobachtet wird. So berichten wir auch hier wieder über eine interessante Assoziation von Herzinfarkt und Vitamin D.

Verkalung der Herzkranzgefässe…
…ist nicht wirklich ein infektiologisches Thema. Und die sogenannte Arteriosklerose der Koronararterien (Koronarsklerose) ist auch nicht gleichzusetzen mit Herzinfarkt. Dennoch: Die Koronarsklerose ist ein Vorläufer des Herzinfarktes und sie wird vor allem durch Infektionen und Entzündungsprozesse gefördert. Chronische Infektionen, wie HIV, aber auch Hepatitis C führen vermutlich durch eine Aktivierung der Enzündungsprozesse zu einer rascheren Entwicklung von Koronarsklerose und Herzinfarkt.

Vitamin D – Ein Allerheilmittel?
Aufgrund dieser Zusammenhänge zwischen chronischen Infektionen und Schäden durch Immunaktivierung interessieren uns auch die möglichen positiven Wirkungen von Vitamin D. Wir haben bereits über diverse Zusammenhänge zwischen chronischen Infektionen, Vitamin D und Mortalitätsrisiken berichtet. Bei der heute zitierten Studie handelt es sich um eine Metaanalyse, welche den Zusammenhang zwischen Koronarsklerose und Vitamin-D Spiegel untersucht haben.

Grosse Metaanalyse
In dieser Analyse wurden 11 Studien von hohem Qualitätsstandard identifiziert, welche die Fragestellung untersucht hatten. Die Studien zeigen zusammengefasst ein recht einheitliches Bild. Ein tiefer Vitamin-D Spiegel ist eindeutig assoziiert mit erhöhter Tendenz zu Koronarsklerose. Allerdings müssen wir auch anerkennen, dass wir daraus nicht zwingend ableiten dürfen, dass eine Substitution von Vitamin D das Risiko eines Herzinfarktes reduzieren kann. Ausser für die Osteoporose ist von all den Krankheiten, welche mit Hypovitaminose-D assoziiert sind noch nie gezeigt worden, dass die Behandlung auch das Erkrankungsrisiko senkt. Dennoch, da die Vitamin-D Gabe recht einfach und billig ist, spricht eigentlich kaum etwas gegen eine konsquente Vitamin-D Einnahme.

 

Foto von HealthGauge


Prof. Dr. med. Pietro Vernazza

Ähnliche Beiträge

West-Nile: Im Westen nichts Neues. Oder doch?

Das West-Nile Fieber hat vor knapp 10 Jahren in den USA zu sehr viel Aufregung gesorgt. Eine Infektionskrankheit, die man bisher selten in Afrika und dem mittleren Osten...  Mehr

Harnwegsinfekte bei Frauen: Genügen Schmerzmittel?

Wir haben letztes Jahr über die Schweizerische Studie (Kronenberg et al.) zum Einsatz von Schmerzmitteln beim unkomplizierten Harnwegsinfekt (HWI) bei Frauen berichtet. Mit dem...  Mehr

Tb-Prophylaxe – auch kürzere Behandlung möglich?

Eine Forschungsgruppe hat in einem kürzlich im New England Journal of Medicine erschienenen Artikel zeigen können, dass eine 4-monatige prophylaktische Tuberkulosebehandlung mit...  Mehr

HIV positive Mütter – Stillen als eine Option!

Endlich ist es so weit: Eine breit zusammengesetzte Arbeitsgruppe aus Schweizer Expertinnen und Experten der Infektiologie, Pädiatrie und Geburtshilfe haben nach einem...  Mehr