19. Dezember 2017

Grippetodesfälle weltweit: Mehr als bisher angenommen

Wir wissen, dass in jedem Land weltweit eine relevante Anzahl von Personen an Grippe sterben. Doch da die Todesursache selten abgeklärt wird, sind die Zahlen unsicher. Ein internationales Studienteam hat nun eine epidemiologische Analyse der sog. „excess-moratlity rates (EMR)“ weltweit analysiert und die Sterbefälle hochgerechnet.

EMR-Statistische Grundlage
Im Jahresverlauf verhält sich die Rate der Gesamt-Todesfälle in der Regel recht stabil, mit kleinen jahreszeitlichen Schwankungen. Doch während den ca 6-8 Wochen einer Grippewelle erkennt man sofort einen deutlichen Anstieg der Todesfallzahlen über das erwartete Niveau. Daraus kann man für jedes Lang berechnen, wie viele Menschen aufgrund einer Influenza-Infektion verstorben sind.

Welteweite Analyse über 17 Jahre
Die Autoren haben nun von 92 Ländern die Daten der Jahre 1999 – 2015 gesammelt und analysiert. Zusätzich haben sie dann die Zahl der Grippe-Todesfällen auch für die anderen Länder durch Modellrechnungen geschätzt. Es zeigt sich, dass insbesondere in Asien und Sub-Sahara-Afrika, die Todesfallraten deutlich höher liegen als z.B. in Europa. Wie zu erwarten war, ist das Risiko einer tödlich verlaufenden Grippe bei Menschen über 75 Jahre am höchsten (500-1000 Todesfälle pro Mio Einwohner). Eher überraschend auch die Anzahl Grippe-Todesfällen bei Kleinkindern unter 5 Jahren.

In der Schweiz sind die Inzidenzwerte (Todesfälle pro 100’000 Einwohner) bei Menschen unter 65 J. noch sehr gering (0.3/100’000), wobei die Rate bei 65-75 auf ca. 4 und bei >75-jährigen auf 33 / 100’000 ansteigt. In der Schweiz leben etwa 1.5 Mio Menschen im Alter über 65 J (BA für Statistik) (oder rund 6-700’000 >75 Jahre. Umgerechnet heisst dies, dass in der Schweiz rund 200 Menschen im alter über 75 Jahre an einer Grippe versterben.

 

Foto von IK’s World Trip

Foto von Skley


Prof. Dr. Pietro Vernazza

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