23. März 2017

Sport – Auch für unsere Patienten günstig

Regelmässige Bewegung ist gut für die Gesundheit ist. Das ist uns bekannt. Eine interessante Studie aus der MACS Kohorte (Multicenter AIDS Cohort Study) untersuchte die Wirkung von regelmässiger Bewegung auf die geistige Fittness.

Die MACS Kohorte existiert schon bald 35 Jahre. Eingeschlossen werden dort Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Speziell an der Kohorte ist, dass sowohl HIV-negative wie HIV-positive Personen beobachtet werden. Damit ist die Kohorte in der Lage auch Unterschiede zwischen HIV-positiv und HIV-neg. Personen zu untersuchen.

„Geistige Fittness“
Was wir hier als „geistige Fittness“ übersetzen, ist im Englischen mit „neurocognitiv functioning“ etwas besser umschrieben. Die Autoren haben das mit gängigen Testverfahren gemessen. Man wendet eine sog. „Testbatterie“ an, die verschiedene Funktionen überprüfen und quantifizieren. Dabei muss man auf Zeit verschiedene motorische Befehle ausführen und verschiedene Gedächtnistests werden durchgeführt. Gesamthaft geben diese Test einen Eindruck über die „geistige Fittness“ einer Person.

Körperliche Aktivität in drei Stufen
Einfacher ist es, die regelmässige Körperaktivität zu messen. Unter den 600 Teilnehmern der Studie waren fast die Hälfte (44%) HIV-positiv. In beiden Gruppen beerichteten knapp die Hälfte (49% resp. 48%) über eine hohe körperliche Aktivität. Der Fragebogen, der zu Beginn der Studie abgegeben wurde erfasste verschiedene Aktivitäten (Gehen, Joggen, Putzen, Rasenmähen, etc.) und erfasste den ungefähren Energieverbrauch. Die mittlere der drei Stufen entsprach etwa 3 mal 30 oder 5 mal 20 Minuten pro Woche schnellem Gehen.

Körperliche Fittness erhöht auch die geistige Fittness
Wie zu erwarten war, scheint es, dass Probanden mit hoher körperlicher Aktivität eine deutlich bessere geistige Fitness hatten. Speziell an dieser Studie ist die Feststellung, dass dieser Zusammenhang noch deutlich stärker zur Geltung kam bei den HIV-positiven Personen. Wenn wir also unseren Patienten eine rgemässige Fitness empfehlen, so scheint dies tatsächlich wichtig zu sein.

Bleiben wir als dabei: Der Ratschlag, sich regelmässig sportlich zu betätigen ist für alle, aber insbesondere auch für HIV-infizierte Menschen sinnvoll.

Foto von @markheybo


Prof. Dr. med. Pietro Vernazza

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