Dengue-EAusbruch auf Madeira

Die portugiesischen Behörden meldeten am 3. Oktober 2012 erstmals autochthone Denguefälle, d.h. Erkrankungen von Bewohnern der Insel, die keine Reisen ausserhalb von Madeira unternommen hatten und an Dengue erkrankt waren. Bis dahin galt Madeira als denguefrei…..

Diese Meldung war der Beginn des aktuellen Ausbruches von Dengue auf Madeira. Bis zum 11. November 2012 sind bereits 1357 Fälle gemeldet worden, davon 669 im Labor bestätigt.

Die Aedes aegypti Mücke, welche für die Übertragung des Denguefieber verantwortlich ist, wurde erstmals 2005 auf Madeira gesichtet.

Seit dem 30. Oktober 2012 ist die Überwachung auf Madeira intensiviert worden und es wurde ein Mückenbekämpfungsprogramm gestartet. Doch warnt die EU alle Staaten wachsam zu sein, denn gerade über Weihnachten und Neujahr reisen sehr viele EU-Bürger nach Madeira und könnten somit Dengue auch wieder mit nach Hause nehmen. Eine Weiterverbreitung des Denguefieber auf dem europäischen Festland scheint momentan eher unwahrscheinlich, da die Mücke Aedes albopticus (besser bekannt als Tigermücke), welche in den mediterranen Ländern vorkommt und ebenfalls als Übertägerin von Dengue fungieren könnte, wohl in den Wintermonaten nicht mehr aktiv ist.

Wenn hingegen eine Eindämmung der Aedes aegypti auf Maderia nicht gelingt, dann befürchten die Behörden, dass im Sommer 2013 allenfalls eine Ausbreitung auf dem europäischen Festland, wo Aedes albopticus vorkommt, durch die Rückkehr von virämischen Reisenden möglich wird. (So wie es 2010 in der Emilia-Romagna durch einen virämischen Reiserückkehrer zur Infektion der lokalen Aedes albopticus mit Chikungunyevirus kam und dadurch zu einer kleinen Chikungunya-Epidemie in Norditalien)

Momentan gilt also: bei febrilen Reiserückkehrern aus Madeira an Denguefieber denken!

hier der Link zum ECDC Paper


Dr. med. Katia Boggian

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