Vertikale Transmission Stillen erlaubt

Zurück zur Inhaltsübersicht: Kongressbericht Boston 2011Zumindest scheint diese Strategie ein gangbarer Weg in Regionen, wo ein Zugang zur medizinischen Betreuung eingeschränkt ist. Resultate einer doppelblinden, Placebo-kontrollierten Multizenterstudie in Afrika sind vielversprechend. 

 

Die Ausdehnung der kindlichen PEP auf 6 Monate mit NVP zeigt eine Reduktion der vertikalen Transmission (MTCT = mother to child transmission) um 55% in einer Kohorte von 1505 Kindern. Der Effekt konnte jedoch nur nachgewiesen werden, wenn die Mütter selbst keine ART hatten. (HPTN 046, siehe Abstract ).
 
Lässt sich eine MTCT durch eine neonatale PEP beeinflussen, wenn die Mutter während der Schwangerschaft keine ART einnimmt? Ja! In einer Kohorte nicht gestillter Kinder zeigte sich eine signifikante Reduktion der MTCT (7.1% versus 11.1%) in der Gruppe der Kinder, die eine 2-er Kombination (AZT 6 Wochen + NVP 3 Dosen in der ersten Lebenswoche) erhielten verglichen mit der Kontrollgruppe mit AZT alleine.
 
 Eine dritte Gruppe mit einer 3-er Kombination zeigte ähnliche Resultate bzgl. MTCT, jedoch eine erhöhte Toxizität (v.a. Neutropenie). Die Auswertung Resistenztestung läuft derzeit noch (HPTN 040 NICHD, siehe Abstract ). Bzgl. zusätzlicher Risiken für eine MTCT ist es nicht unerwartet, dass das Risiko bei gleichzeitig kongenitaler CMV-Infektion erhöht ist. 2/3 der Diagnose einer kongenitalen CMV-Infektion erfolgte serologisch (CMV-IgM+), 1/3 molekularbiologisch (CMV-DNA+, siehe Abstract)

Dr. med. Christian Kahlert

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