Heiraten schützt vor Herpes !

Die Augustnummer des JAMA berichtet ueber die Entwicklung von Herpes-Infektionen in den USA in den letzten 30 Jahren und untersucht Risikofaktoren fuer eine Infektion mit HSV-2, dem Erreger von Herpes genitalis.

Die Untersuchung aus den USA stellt die Herpes-Prävalenz-Daten aus drei Episoden innerhalb der letzten 30 Jahre zusammen (1976-80, 1988-94; 1999-2004). Dabei lassen sich ein paar wenige Trends deutlich erkennen:

  • HSV-2 bleibt nach wie vor der Hauptverursacher von Herpes genitalis
  • Etwa 10% aller HSV-2 Infizierten sind tatsächlich auch an Herpes genitalis erkrankt
  • Frauen und Schwarze sind häufiger betroffen von HSV-2 als Männer respektive Weisse
  • Das Risiko einer HSV-2 Infektion steigt mit der Anzahl Partner (s. Abbildung), Beginn der sexuellen Aktivität vor 17 Jahren, Konsum von Kokain und ist höher bei nicht verheirateten Personen
  • Die HSV-1 Prävalenz nahm über die Jahre deutlich, die HSV-2-Prävalenz nur geringgradig ab

Die HSV-2 Infektion ist eindeutig eine sexuell erworbene Infektion. Das Risiko einer Infektion ist eindeutig abhängig von der Anzahl der Sexualpartner im Leben. Auch wenn eine Heirat kein Schutz vor Herpes Genitalis darstellt, so senkt sie doch vielleicht die Promiskuität ein wenig…..

>Herpes genitalis

Betrachtet man diese Tabelle, so versteht man, wesshalb die Boulvardpresse davon spricht, dass Paris Hilton Herpes haben soll. Gemäss dieser Grafik dürfte die a-priori Wahrscheinlichkeit einer HSV-2 Infektion für Frau Hilton deutlich über 70% liegen. Da kann man mit einer solchen Behauptung fast nicht falsch liegen. So gesehen hat es wohl auch keinen Sinn mehr, dass Paris Hilton ihr Gelübde, ein Jahr lang keinen Sex zu haben durchzieht.

Quelle: Xu et al, JAMA 2006; 296:964


Prof. Dr. med. Pietro Vernazza

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