16. Internat. AIDS Kongress eröffnet

16. Intl. AIDS Conference, TorontoSoeben wurde die XVI. International AIDS Conference in Toronto eröffnet. Ein Grossanlass, an dem nicht nur Mediziner sondern auch zahlreiche Personen aus dem Präventionsbereich und politischen Gremie teilnehmen.

Noch nie wurde eine AIDS Konferenz von so vielen Personen besucht. Man sprach von 30’000 Besuchern, eine Zahl, die kaum zu glauben ist (normalerweise sind es jeweils ca. 15’000). Die Eröffnung fand im benachbarten Baseball-Stadium statt und zum anschliessenden Popkonzert wurden auch bereits zusätzliche 40’000 Tickets verkauft.

Bemerkenswerte Gates
Sicher am Eindrücklichsten war aber die Ansprache von Bill und Melinda Gates. Beide haben eine Rede gehalten, in der sie völlig frei, über zwanzig Minuten lang die wichtigsten Punkte im Kampf gegen AIDS zusammengefasst haben und nie ihre eigene Person in den Vordergrund setzten oder ihr Geld 16. Intl. AIDS Conference, Torontoerwähnten. Vielmehr haben sie immer wieder betont, dass das Ziel, AIDS zu stoppen, nur mit vereinten Kräften, engagierten Taten, mutigen politischen Entscheiden und Durchhaltewillen zu erreichen sei. Eine eindrückliche Rede, die Geschichte machen wird.

Bescheidener Protest
Auch an dieser Eröffnung gab es (sehr bescheidenen) Protest von Aktivisten. Dieses Mal richtete sich der Protest gegen den Premierminister von Kanada, Steve Harper. Dieser hatte sich geweigert, an die Konferenz zu kommen um eine Begrüssung an die Gäste zu richten. Seine Abwesenheit wurde auch vom Chairman der Konferenz, Marc Wainberg, arg kritisiert. Steve Harper habe offenbar gerade kürzlich noch einige Spritzen-Austauschprogramme gestoppt. Harper wird offenbar traurige Geschichte machen. Die Abbildung zeigt einige Aktivisten, welche mit ihren T-shirts auf den abwesenden Harper aufmerksam machen: "Sleep’n Steve? – HIV NEVER Sleeps – Time to Deliver". Weitere Informationen zum Protest gegen Harper finden sich hier.

Time to deliver
ist auch das Motto des diesjährigen AIDS-Kongresses. Es ist an der Zeit, dass nun die vorhandenen Behandlungen, Medikamente, Betreuungskonzepte und Präventionskonzepte auch wirklich und überall Anwendung finden.


Prof. Dr. Pietro Vernazza

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