Wie viele Impfungen verträgt das Kind?

Der neue Impfplan für Kinder und Jugendliche
PD Dr. Christoph Berger, Kinderspital Zürich

Dieser Frage hat sich der Leitende Arzt des Kinderspital in Zürich PD Dr. Christoph Berger am 11. St. Galler Infekttag gestellt.

Zusammenfassung Vortrag "Wie viele Impfungen verträgt das Kind?"

 

Das Ziel ist es Infektionserkrankungen und ihre Folgen zu verhindern. Die Ziele der WHO mit den notwendigen Durchimpfungsraten werden unter den Allgemeinen Empfehlungen des BAG beschrieben. Hier wird auch die aktuelle Lage der Schweiz beschrieben und somit die Herausforderungen die noch auf uns zukommen.

 

Impfung ist nicht gleich Impfung. Der Referent hat die Unterteilung in die vier Empfehlungskategorien hervorgehoben:

 

– empfohlene Basisimpfungen (unerlässlich für die individuelle und öffentliche Gesundheit)

– empfohlene ergänzende Impfungen (für den optimalen individuellen Schutz)

– empfohlene Impfungen für Risikogruppen

– Impfungen ohne Empfehlungen

 

Mit den Impfungen soll der optimale Schutz für das Individuum und die Öffentlichkeit erreicht werden.

 

 

Kürzliche Änderungen und Präzisierungen haben sich bei den folgenden Impfungen ergeben (Schweizerischer Impfplan 2006): 

 

– Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR)

– Varizellenimpfung

– Pertussisimpfung

– Schema für Nachholimpfungen bei ungeimpften Kindern und Erwachsenen

 

 

Zu den ergänzenden Impfungen gehören die Pneumokokken und Meningokokken der Gruppe C. Leider ist es auch heute noch so, dass es gegen Meningokokken Typ B keinen Impfstoff gibt.

 

Obwohl die Prävalenz der Hepatits B in der Schweiz niedrig ist, gibt es inzwischen eine generelle Empfehlung zur Impfung für die 11-15 Jährigen. Aktuell wird für die FSME-Impfung (Frühsommer-Meningoenzephalitis) nach der Grundimmunisierung noch eine Auffrischung alle 3 Jahre empfohlen, neue Empfehlungen sind in Vorbereitung und werden den Zeitraum auf 10 Jahre erweitern.

 

Laut dem Referenten sind die Impfziele noch nicht ereicht. Ein Beispiel ist die Pertussis, hier ist vor allem die zeitlich begrenzte Immunität ein Problem. Poliomyelitis ist noch immer in 10 Ländern der Welt endemisch und darf nicht vergessen werden. Das Ziel ist es diese Erkrankung komplett auszurotten. Die Impfung gegen Röteln ist besonders wegen der Gefahr der kongenitalen Embryopathie wichtig. Die Masern werden von den Eltern als zu wenig gefährlich eingeschätzt und nicht in ausreichenden Masse geimpft.

 

Am wichtigsten ist die Kommunikation mit den Eltern. Eine beeindruckende Untersuchung zeigt wie umfassend Ärzte ihre eigenen Kinder durch Impfungen schützen!     

 

 

Die vollständige Präsentation des Vortrags von PD Dr. Christoph Berger (pdf-file) finden Sie hier

 


Dr. med Kathrin Lindheimer-Trede

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